Holz für Kamine

Holz ist nicht gleich Holz

Gesetzliche Regelungen

Kaminöfen erzeugen eine behagliche Wohnatmosphäre und stellen auf Grund Ihres heutzutage hohen Wirkungsgrades von über 80% eine echte Alternative zu kompakten Heizanlagen dar. Der Trend zum Einbau von Kaminöfen hält unvermindert an. Ein – wenn nicht das unterstützende Argument in dieser Hinsicht – besteht im Sein des medienwirksam gepriesenen Nachtstroms, der – eben nicht im Einzelpreis pro Kilowattstunde betrachtet – im Vergleich zum Kaminofen kumulativ mit deutlich höheren Kosten verbunden ist. Wie kann das sein?
Was müssen Betreiber eines Kaminofens nun wissen? In der Bundesrepublik definiert die erste Bundesimmissionsschutzverordnung (1.BImSchV) bislang Grenzwerte für den Schadstoffausstoß von Heizungsanlagen sowohl für feste Brennstoffe von >15 KW Nennwärmeleistung als auch für Öl- und Gasheizungsanlagen von > 11 KW. Die hiermit thematisch betroffenen Kleinfeuerungsanlagen der Kaminöfen blieben bisher praktisch unberücksichtigt. Die Änderung sprich Novellierung des bestehenden Gesetzes trägt den nunmehr auch meßtechnisch erfaßbaren Emissionen aus Kaminöfen Rechnung. Weitere Details erfahren Sie bei Ihrem zuständigen Schornsteinfeger.

Brennverhalten von Weich- und Hartholz

Fachlich ist zwischen Brennwert und Heizwert (ca. 10% unter Brennwert) zu unterscheiden. Bezogen auf das Gewicht (kWh/kg) hat Weichholz einen höheren Brennwert als Hartholz aufgrund der geringeren Dichte. Eine höhere Dichte bei Hartholz hat jedoch einen höheren Heizwert je Volumeneinheit zur Folge.

Eine gute Verbrennung ist an der hellgrauen bis grauen Asche zu erkennen. Laubholz brennt in der Regel länger als Weichholz infolge der höheren Rohdichte. Weichholz jedoch brennt wesentlich langflammiger und benötigt daher mehr Flammraum und eine höhere Sauerstoffzufuhr infolge des erhöhten Harzanteils. Die Versottung des Ofens wird damit unterbunden. Es benötigt ferner eine geringere Anzündtemperatur und sollte daher zum Anfeuern des Kaminofens benutzt werden. Erst bei stabiler Flammenentwicklung ist das Nachlegen mit Hartholz sinnvoll und effizient.

Grundsätzlicher Art ist das Wissen nach dem Restfeuchtegehalt – bestimmbar durch einen Holzfeuchtemesser (im Handel erhältlich). Liegt der Wassergehalt zu hoch (über etwa 20%) ist es auf jeden Fall noch länger zu lagern. Darüber hinaus ist auf Stockflecke zu achten: Einige wenige sind unproblematisch, der Befall größeren Umfanges dagegen stellt einen massiven Brennwertverlust dar d.h. Pilze zersetzen die zur Verbrennung notwendige Zellulose. Die generelle Empfehlung zur Verwendung von Kaminholz mit dem höchsten Heiz- oder Brennwert – beispielsweise Eiche, Esche oder Buche – ist letztlich eine finanzielle Frage.

Brennverhalten von Holzpellets/Holzbriketts

Klarer Vorteil für den Pelletofen: der Bedienkomfort! Es entfällt das unsägliche Holznachlegen.
Der Heizwert von Holzbriketts und -pellets liegt nachweislich über dem von Hartholz, denn die Zellulosestrukturen sind hier bereits aufgebrochen. Somit verbrennen nach dem Anheizen mit Weichholz beide Arten schneller als Hartholz, kann aber infolgedessen finanziell uneffizienter respektive unattraktiver sein. Sie sollten darüber hinaus folgendes bedenken: Die Brandflamme ergibt ein anderes Bild, worunter möglicherweise das Gefühl der Behaglichkeit leiden könnte. Das romantische Knistern und Knacken entfällt ebenso. Sie müssen infolge des dauerhaft laufenden Gebläses Geräusche in Kauf nehmen, die aber unterschiedlich laut ausfallen können.

Lagerungsverhalten
Die Qualität und somit der Heizwert von lufttrockenem Holz (ca. <20% Restfeuchte) verschlechtert sich – auch bei guter Lagerung – durchschnittlich um max. 3% pro Jahr – verursacht durch natürliche Abbauprozesse.

Holzklassifikation
Kaminöfen können mit diversen fossilen Energieträgern wie Brennholz, Holzbriketts, Holzpellets oder Papier beschickt werden. Auch Bioethanol ist zugelassen. Der verringerte Treibhauseffekt ist im Gegensatz zur Verbrennung von Erdgas und -öl nachgewiesen. Der Heizwert erstgenannter ist abhängig von der Restfeuchte und der Holzart bzw. dessen Rohdichte. Dadurch ergibt sich folgende Klassifizierung:

Hartholz (Rohdichte >0,55g/cm3)
Buche, Eiche, Esche, Nußbaum, Teak, Ebenholz (außereuropäisches Laubholz), Mahagoni, Obstbäume
Robinie, Seekiefer ´rouge´, kanadisches Ahorn, Doussie, Merbau, Wenige, Sucupira

Weichholz (Rohdichte<0,55g/cm3)
alle Nadelhölzer, Birke, Erle, Linde, Pappel, Weide, Platane, Espe, Kastanie
mittelharte Hölzer
europäisches Ahorn, Birke, Gebirgslärche, Ulme

Härtebestimmung
Für den Laien reicht folgendes aus: Hinterläßt der Fingernagel eine Ritzspur, handelt es sich um Weichholz. Industriell findet der sogenannte ´Brinell´-Test (schwedischer Metallurg) Anwendung. Dabei wird eine Stahlkugel eines bestimmten Durchmessers mit langsam steigender Belastung in das Holz gedrückt, deren Eindruckfläche digital gemessen und schließlich digital in ´HB´ (Härte nach Brinell) angezeigt.